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Studienfahrt nach Italien 2004
In diesem Frühjahr standen der Studienstufe zwei Reiseziele zur Auswahl: Entweder Barcelona in Spanien oder Rom und Sorrent in Italien. Für alle Latein-Interessierten und Liebhaber der antiken Geschichte war die Entscheidung natürlich nicht schwer!
Dienstag: Die Reise beginnt…Am Dienstag, den 13.4.2004, war es endlich soweit: Die Reise sollte beginnen! Um 9.30 Uhr traf sich der 12. Jahrgang samt Lehrern an der Bushaltestelle des Gymnasium Eckhorst. Wir traten die Reise mit einem Doppeldecker-Bus und zwei Busfahrern an. Vor uns lag eine Fahrt von ungefähr 24 Stunden bis nach Rom.
Dort wollten wir bis Freitag bleiben und dann nach Sorrent, einer Stadt in der Nähe von Neapel, weiterfahren. Es war eine sehr anstrengende Busfahrt, die alle drei Stunden durch eine Erfrischungspause unterbrochen wurde (Qualität der Toiletten reichte von sehr schön (Deutschland, Österreich) bis fürchterlich (Italien) und geschlossen (Schweiz)). Jeder hatte die Macht über einen Raum von zwei unglaublich harten Sitzplätzen und da keine Übernachtung eingeplant war, mussten wir uns im Bus zur Ruhe legen. Das Sitzen selbst war noch erträglich, aber schlafen konnte man kaum. Bei zukünftigen Reisen nach Italien rate ich dringend dazu, die Verkehrsmittel Flugzeug oder Bahn zu benutzen.
Nachts erreichten wir die Schweiz und am nächsten Morgen, also am Mittwoch, befanden wir uns bereits jenseits der italienischen Grenze.
Mittwoch: Ankunft in Rom |
 Herculaneum |
Nach vielen Stunden Fahrt waren wir mit unseren Nerven ziemlich am Ende. Wir machten eine Pause an einem italienischen Gasthof und stärkten uns mit Croissants.
Bald schon ging die Fahrt weiter und um die Mittagszeit kamen wir in Rom an.
Dort hatten wir unsere helle Freude an den italienischen Vorstellungen vom Autofahren. In den Straßen Roms herrschte ein großes Chaos. Die Leute parkten in zwei Reihen – ist ja egal, wenn andere nicht mehr weiterfahren können – oder blieben plötzlich mitten auf der Straße mit dem Auto stehen, missachteten die Vorfahrt anderer, fuhren in mehreren Reihen nebeneinander, oder besser gesagt durcheinander und es gab bestimmt immer noch irgendwo eine Lücke, durch die sich einer dieser Tausend Rollerfahrer durchschlängeln konnte. Der Verkehr stockte ständig: Es kam soweit, dass uns ein altes Ehepaar nach vier Häuserblocks wieder eingeholt hatte.
Unser Hotel mit dem schönen Namen "Hotel dei Mille" lag in der "Via dei Mille", einer kleinen engen Seitenstraße in der Nähe des Hauptbahnhofes (Termini). Nachdem wir mit unserem riesigen Doppeldeckerbus einen Stau verursacht hatten, flohen wir schließlich ins Hotel. Nach einigen Schwierigkeiten konnten wir auch unsere Zimmer beziehen. Diese befanden sich in einem einigermaßen ordentlichen Zustand. In fast allen Vierbettzimmern war ein Badezimmer mit Dusche, WC und Fön vorhanden. Bereits nach kurzer Zeit machten wir uns auf den Weg zu unserer ersten Besichtigungstour.
Am Nachmittag besichtigten wir einige Kirchen, wie die Kirche "Santa Maria Maggiore". Sie ist eine der vier Papstkirchen Roms, die wir während unseres Aufenthalts bewundern durften, und überzeugte durch ihr reich geschmücktes Inneres. Auf dem Weg dorthin konnten wir bereits einen ersten Blick auf die alten Trajans Märkte werfen. Auch am Gebiet um das Forum kamen wir vorbei, dessen genauere Erkundung jedoch erst später folgen sollte.
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 Vor dem Kolosseum |
Wenig später erreichten wir den Trevibrunnen, den wahrscheinlich schönsten der zahlreichen italienischen Brunnen. Gerne hätten wir es Anita Ekberg nachgemacht, die in Fellinis berühmten Film "La dolce vita" ein Bad in diesem Brunnen nimmt.
Am späten Nachmittag gelangten wir auf die Piazza Navona. Die ovale Form des Platzes erinnert noch heute an die Zeit, als hier noch Zirkusspiele und Wagenrennen in dem früheren Stadion des Kaisers Domitian stattfanden. Der Platz begeistert aufgrund des besonderen Ambientes. Die Cafés, das rege Treiben der Straßenkünstler und der vielen Händler an ihren Ständen verleihen der Piazza Navona ein besonderes Flair. Auch die berühmte "Fontana die Quattro Fiumi", der Vier-Ströme-Brunnen in der Mitte des Platzes, weckte unser Interesse. Die vier großen Statuen des Brunnens stellen die vier Flüsse Nil, Ganges, Rio de la Plata und Donau dar.
Zum krönenden Abschluss haben wir dann von dem "besten Eis Roms" (Regine Voigt) gekostet. – lecker!
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 Santa Maria Maggiore |
Später ging es dann noch zum "Pantheon", dem "Tempel aller Götter". Das von außen eher nüchtern aussehende Gebäude enthüllte von innen seine ganze Pracht. Die Kuppel des Bauwerks ist eine Meisterleistung römischer Ingenieurskunst und die größte jemals gemauerte Kuppel der Welt.
Vom oberen Ende der "Spanischen Treppe" offenbarte sich ein Anblick, den man nicht verpassen sollte. Von dort hat man, insbesondere bei Sonnenuntergang oder nächtlicher Beleuchtung, einen wunderschönen Blick über Rom.)
Am Fuße der Treppe steht die "Fontana della Barcaccia" ("Brunnen des verrottenden Bootes"), ein bezaubernder Brunnen, dessen Name von der steinernen Barke in der Mitte des Brunnens herrührt.
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_th.jpg) Spanische Treppe |
Nach der Besichtigung der Spanischen Treppe trennten wir uns und die Schüler konnten in kleineren Gruppen den Abend selbst gestalten.
Donnerstag: Erkundung der "ewigen Stadt" |
 Kolosseum
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Am Donnerstag mussten wir bereits früh aufstehen. Nach einem eher "einfachen" Frühstück machten wir uns gleich zu Beginn des Tages auf den Weg zum Kolosseum. Dort warteten ein großer Menschenauflauf und wieder viele Händler auf uns.
Der Anblick des Kolosseums war ehrfurchtgebietend und sicherlich eines der Highlights der Studienfahrt. Ein Rundgang über die oberen Ränge des Gebäudes machte es möglich, das Bauwerk auch von innen vollkommen zu erschließen und einen Eindruck von der tatsächlichen Größe zu gewinnen. Wenn man einen Augenblick inne hielt, konnte man sich vorstellen, wie die Menschenmenge damals den kämpfenden Gladiatoren zujubelte. Aber auch der nicht weit entfernt stehende Konstantinsbogen war eine genauere Betrachtung wert.
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 Ausblick vom Palatin |
Vom Palatin aus, einem der sieben Hügel Roms, auf dem sich früher die Paläste der Kaiser befanden, wurde uns ein schöner Blick auf die Stadt, aber auch auf das Kolosseum und das nahe gelegene Forum Romanum ermöglicht. Die schönen Gärten dort waren ein idealer Platz für eine kleine Ruhepause. Der Anblick des ehemaligen "Circus maximus" war hingegen enttäuschend, da nur noch eine große Grasfläche den Standort des einst so mächtigen Gebäudes vermuten lässt.
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 Forum Romanum |
Unser nächstes Ziel war das "Forum Romanum". Was auf den ersten Blick wie ein großes Durcheinander wirkte, erschlossen wir mit großer Sorgfalt. Eine Führung war hier unbedingt notwendig. Wir erkannten viele Gebäude in diesem Ruinenfeld wieder, die uns bisher nur von Fotos oder aus dem Unterricht bekannt waren. So zum Beispiel die Curie (einem Fabrikgebäude ähnlich, aber dennoch über so viele Jahre erhalten geblieben), den Tempel der Vesta oder die Rostra, die Rednerbühne, auf der schon Cicero zum Volk gesprochen hatte.
|  Trevibrunnen
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|  Kolosseum bei Nacht | Nach einer abschließenden Kirchenbesichtigung unterlag das Abendprogramm der individuellen Gestaltung. Ein Spaziergang durch die nächtlich beleuchtete Stadt ließ vieles in neuem Licht erstrahlen. Der "Trevibrunnen" inmitten der zahlreich besuchten romantischen Cafés wirkte nun noch schöner als zuvor. Natürlich durfte man nicht darauf verzichten, sich durch den Wurf einer Münze sein zukünftiges Glück und die Rückkehr nach Rom zu sichern.
Der schönste Anblick des Tages oder vielleicht sogar der gesamten Fahrt bot sich jedoch beim nächtlichen Besuch des Kolosseum. Hell erleuchtet in der Nacht wirkte es noch atemberaubender. Ein Anblick, den man auf keinen Fall verpassen sollte.
Freitag: Ein Besuch im Vatikan und die Weiterreise nach Sorrent |
 Petersdom | Zu Beginn des Tages stand die Besichtigung des Petersdoms auf unserem Programm. Aufgrund des launischen Wetters völlig durchnässt überquerten wir den Petersplatz und betraten die berühmteste Kirche und wichtigste katholische Pilgerstätte der Welt.
Viele Besucher bewunderten die Größe der Säle, die Bronzestatue des Petrus mit dem durch Berührungen abgeschliffenen rechten Fuß und das wohl bedeutendste Kunstwerk im Petersdom: Die Pietà. Eine Skulptur Michelangelos, die Maria mit dem toten Christus im Schoß darstellt.
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 Petersplatz |
Auf der Weiterreise nach Sorrent machten wir etwas außerhalb von Rom Halt, um in die alten Katakomben hinabzusteigen. Das mehrere km² umfassende Höhlensystem diente den Christen zur Bestattung der Toten, da diese nicht innerhalb der römischen Stadtmauern beigesetzt werden durften. Es wurde aber gleichzeitig auch als Versammlungsort der christlichen Gemeinde und der Hinterbliebenen genutzt. Die eigenen Schritte durch die nur spärlich beleuchteten Gänge zu lenken, vorbei an den alten Gräbern und unterirdischen Hallen, war ein wirklich aufregendes Erlebnis.
Kurz vor unserem Zielort Sorrent war es uns möglich einen Blick auf den Vesuv zu werfen, der Dank absolut schlechtem Wetter und verhangener grauer Wolken aussah, als würde er jeden Moment ausbrechen.
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 Ausblick vom Hotel in Sorrent |
Im Hotel "Bleu Village" in Sorrent bezogen wir einige Holzbungalows, die aufgrund schlechter Isolierung eiskalt waren (brrrr). Dafür entschädigte aber ein traumhafter Blick, den man von der Terrasse aus über die gesamte Bucht hatte.)
Samstag: Pompeji |
 Pompeji |
Ein Ausflug nach Pompeji ließ uns auf den Spuren von Plinius dem Älteren wandern.
Die Gebäude in Pompeji sind Dank der jahrelangen Konservierung durch die Lava noch erstaunlich gut erhalten. Im Gegensatz zu den antiken Gebäuden in Rom, die mit der Zeit doch teilweise stark restauriert wurden und außerdem aus ihrem historischen Umfeld gerissen wurden, hatte man hier noch das Gefühl mitten in der ursprünglichen Stadt zu stehen. Selbst die Wandmalereien sind in Teilen erhalten geblieben. Außerdem konnte man Einblicke in jene alltäglichen Umgebungen der damaligen Zeit gewinnen: Vom Bäcker, über eine Therme bis hin zu einem Freudenhaus. Durch den überraschenden Ausbruch des Vesuv blieb alles unverändert und wie aus dem Leben gegriffen. Wir haben auch ein Theater und beispielsweise eine alte Essensausgabe besichtigt.
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 Zebrastreifen in Pompeji |
Und die Überquerung der alten "Zebrastreifen", die sich aus den Straßen erhoben, hat wohl jedem Freude bereitet.
Auf der Rückfahrt nach Sorrent passierte dann jedoch das Unglück: Der Bus fuhr zu nahe an einen über die Straße ragenden Ast heran - und schon war es passiert. Die obere seitliche Glasfront zersplitterte in tausend Stücke. Zu unserem Glück wurde niemand ernsthaft verletzt. Das Busunternehmen musste schnell reagieren, ansonsten wäre es zu einer Verzögerung unserer Heimfahrt gekommen. Es wurden mehrere Glasscheiben aus Deutschland nach Sorrent transportiert, welche vor Ort eingesetzt wurden.
Sonntag: Urlaub auf Capri |
 Capri |
Am nächsten Morgen setzen wir mit einem Schiff nach Capri über. Sofort waren wir entzückt von dem klaren türkisfarbenen Wasser, das uns dort entgegenstrahlte und in beste Urlaubsstimmung versetzte. Das Wetter ließ leider ein kühles Bad nicht zu.
Mit der Seilbahn ging es dann vom Hafen aus in die Höhe nach Capri-Stadt, wo zahlreiche Straßencafés und kleinere Läden die Besucher mit feinen, aber teilweise sehr teuren Angeboten lockten. Bevor wir uns diesen ganz und gar widmen konnten, hatten wir jedoch noch eine Mission zu erfüllen. Tapfer stiegen wir höher und höher auf den "Monte Tiberius", auf dem uns die Villa Jovis erwartete, die bereits vor 26 n.Chr. von Kaiser Tiberius in einer Höhe von 354 m über dem Meer erbaut wurde.
Auf einem Stadtbummel durch Capri-Stadt und dessen besonders schöne enge Gassen genossen wir die entspannende Atmosphäre. Nach einem Spaziergang am Strand wurde es dann Zeit sich wieder zum Hafen zu begeben und auch der sechste Tag unserer Reise neigte sich dem Ende zu.
Montag: Herculaneum und Abschied |
 Herculaneum |
Am Montag morgen hieß es dann Abschied nehmen. Bevor wir unsere endgültige Fahrt in Richtung Norden antraten, machten wir uns auf den Weg zu unserem letzten Ausflugsziel: Herculaneum. Herculaneum war zur Zeit des römischen Reiches als eine Sommerresidenz der reichen römischen Bürger bekannt.
Ebenfalls in der Nähe des Vesuv gelegen wurde es wie Pompeji durch den Ausbruch des Vulkans 79 n. Chr. verschüttet. Es war jedoch nicht wie Pompeji unter Asche und Bimsstein, sondern unter einem Lavastrom begraben worden, was die Ausgrabungen wesentlich erschwert. Durch dieselbe Tatsache bedingt sind aber viele der damaligen Gebäude auch besser erhalten als die pompejianischen Stadtteile.
Man konnte unter anderem ein Wirtshaus und eine Therme begutachten. Sogar die aufgemalten Preise an den Wänden der Schenken ließen sich noch ausmachen.
Dienstag: Heimreise und glückliches WiedersehenNun folgte die schier endlos lange Heimfahrt nach Bargteheide und nach diesen zwei schönen, aber auch sehr anstrengenden Wochen, kamen wir glücklich und erfüllt von vielen neuen Eindrücken wieder zu Hause zu an.
Vanessa Schramm
13. Jg., 14. August 2004
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