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Die Orientierungsstufe am Gymnasium Eckhorst
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→ Tag der offenen Tür
Mit dem kommenden Jahrgang werden wir 2010 schon unseren dritten G8-Jahrgang einschulen. Mit zwei „Durchgängen“ haben wir Erfahrung sammeln können und können jetzt fundierte Aussagen über das (für uns schon gar nicht mehr so) neue Gymnasium und unser Konzept für die Orientierungsstufe treffen.
Grundsätzlich führen in Schleswig-Holstein bekanntlich verschiedene Wege zum Abitur: Zum einen der Bildungsgang an der Gemeinschaftsschule in neun Jahren, zum anderen der verkürzte, achtjährige Weg am Gymnasium.
Warum zwei Wege zum Abitur?
Mit den zwei möglichen Wegen zum Abitur (das für beide Wege übrigens von den Aufgaben/Anforderungen her identisch ist) trägt der Gesetzgeber in unserem Land der Tatsache Rechnung, dass es unterschiedliche Lerntypen gibt, dass die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler nicht einheitlich verläuft. Der eine „ist ja schon so weit“, der andere „braucht noch etwas Zeit“ – so sagt man ja auch im Volksmund.
Und genau das ist der Unterschied zwischen den beiden Bildungswegen: Der eine – an den Gemeinschaftsschulen - verläuft letztendlich so, wie es auch die Eltern durch die eigene Schulzeit oder die Schulzeit älterer Geschwister kennen, der andere – am Gymnasium - ist kürzer und die Stoffvermittlung erfolgt schneller und konzentrierter.
Der Unterricht in der Orientierungsstufe am Gymnasium Eckhorst
Die Erlasse zum neuen Gymnasium geben den einzelnen Gymnasien einen gewissen Freiraum hinsichtlich Ausgestaltung der Unterrichtstafel. An unserem Gymnasium umfasst das Unterrichtsangebot in Klasse 5 die Fächer Deutsch, Englisch, Mathematik, Erdkunde, Geschichte Biologie, Musik, Kunst, Sport und Religion jetzt mit 30 Wochenstunden. Hierin enthalten ist nicht die Klassenlehrerstunde, an der wir gern festhalten wollen.
Um den Kindern den Übergang zu erleichtern und sie schrittweise an die erhöhte Wochenstundenzahl zu gewöhnen, erhalten die 5.Klassen im ersten Halbjahr 30 Wochenstunden (incl. Klassenlehrerstunde). Im zweiten Halbjahr dann 32 Wochenstunden. Dies ist dann mit einem „langen“ Nachmittag verbunden. Wir versuchen, an diesem Tag die Klassenlehrerstunde möglichst in die 6. Stunde zu legen, so dass hier bereits Hausaufgaben angefertigt werden können, wenn “nichts anderes besprochen werden muss. Dieses Konzept hat sich sehr bewährt.
In Klasse 6 kommen zu diesen Fächern die zweite Fremdsprache (Französisch oder Latein), Physik, Geschichte und bei einer möglichen Abwahl des Faches Religion auch Philosophie hinzu. Das bedeutet in Klasse 6 dann 33 Wochenstunden, was wiederum zwei „lange“ Nachmittage bedeutet.
Die erhöhte Stundenzahl ist das eigentliche Novum im G8-Gymnasium und ganz klar die große Herausforderung für unsere Schülerinnen und Schüler. Wir verzichten deshalb in den 6. Klassen an den langen Tagen auf schriftliche Hausaufgaben zum nächsten Tag und hoffen so, die Belastung in Grenzen zu halten und die Freude am Lernen zu erhalten.
Was zeichnet unsere Orientierungsstufe aus?
So viel Bewährtes wie möglich, so viel Neues wie notwendig! Diesen Satz könnte man als Leitgedanken unserer Orientierungsstufe voranstellen. Wir wollen und werden uns nicht von unseren bewährten pädagogischen Konzepten trennen, sondern auf alle Probleme flexibel und schnell reagieren, um das „neue Gymnasium“ erfolgreich zu gestalten. Dabei wollen wir,
- fördern und fordern, um dem Anspruch der Wissensvermittlung und der individuellen Lernentwicklung gerecht zu werden.
- Wert auf soziale Kompetenzen und ein demokratisches Miteinander legen, wobei zuerst eine möglichst gute Integration in den Klassenverband und das Stärken des Wir-Gefühls im Vordergrund steht.
- zur Entfaltung der eigenen Kreativität und dem Mobilisieren von Lernfreude und der individuellen Fähigkeiten beitragen.
Was bedeutet das im Einzelnen?
Aus den oben genannten Gründen achten wir auch weiterhin bei der Zusammensetzung der neuen Klassen darauf, bestehende Klassengemeinschaften zu erhalten und das Prinzip der regionalen Zuordnung zu berücksichtigen.
Wir bieten auch weiterhin ein sehr breit angelegtes Angebot an → Arbeitsgemeinschaften:
- im musisch-kreativen Bereich finden sich Chor, Schulorchester, Band-AG, verschiedene Theater-AGs, Kunst-AG, die als wichtige Mitwirkende auch bei verschiedenen Aufführungen einbezogen sind
- im sportlichen Bereich bieten wir mit Fußball, Volleyball, Badminton, Rhönrad, Leichtathletik u.a. sowohl Mannschafts- als auch Individualsport an und tragen damit dem Bewegungsbedürfnis der Kinder Rechnung
- im naturkundlichen Bereich wird in der Biologie-AG, der Physik-AG und der Chemie-AG kindliche Neugierde angesprochen, verbunden mit der Möglichkeit kleiner Experimente und praktischer Arbeit.
Besonders leistungsstarken Schülern bieten wir die Teilnahme an der Mathematik-Olympiade an, einem bundesweiten Wettbewerb, an dem Schülerinnen und Schüler unserer Orientierungsstufe wiederholt erfolgreich teilgenommen haben. Die englische Theater-AG richtet sich an Orientierungsstufenschülerinnen und -schüler, die besonders leistungsstark in der ersten Fremdsprache sind.
Den Unterricht begleitet weiterhin ein Förderprogramm (vgl. Förderkonzept der Schule) in den Hauptfächern, um Lerndefizite (z.B. durch Krankheit punktuell und schnell auszugleichen.
Ein besonderer Förderschwerpunkt unserer Schule besteht in der gezielten Hilfestellung für legasthene Kinder.
„Kennenlerntage“: Trotz erhöhter Stundentafel und gewachsener Stoffmenge halten wir an dem bewährten Einstieg in die Orientierungsstufe fest:
An den ersten drei Tagen des 5. Schuljahres gibt es noch keinen Unterricht nach Plan, sondern Projekttage, um den neuen Schülerinnen und Schülern zusammen mit ihren Klassenlehrern etwas Zeit zu geben für all das Neue, das mit dem Schulwechsel verbunden ist: gegenseitiges Kennenlernen, den eigenen Klassenraum erobern und das Schulgebäude erkunden, erste Kontakte zu den neuen Lehrern knüpfen und Schulatmosphäre schnuppern. Eingebunden in diese drei Projekttage ist ein Einschulungsgottesdienst auf freiwilliger Basis, zu dem die Schule gemeinsam mit den Pastoren Bargteheides einlädt.
Soziales Lernen heißt aber auch die Klassengemeinschaft fördern durch Klassenfahrten, Wandertage, Theaterbesuche, gemeinsames Backen und Basteln. Darüber hinaus finden über das Jahr verteilt Aktivitäten für die Stufe statt wie buntes Faschingstreiben, Sport- und Spieletag, Vorlesewettbewerb.
Uns ist es wichtig, dass die Kinder sich in ihrer Persönlichkeit angenommen wissen, dass sie Kompetenzen und Selbstvertrauen entwickeln und sich in unserer Schule wohl fühlen.
Erfahrungen der zwei Jahre „neues Gymnasium“
Heute, nach nach eineinhalb Jahren mit dem neuen Gymnasium, muss festgestellt werden, dass sich das „Bewährte“ natürlich bewährt hat und unsere Überlegungen zu möglichen Problemfeldern richtig waren.
Klar war uns von Anbeginn der Planung des sogenannten G8-Gymnasiums, dass unsere Schülerinnen und Schüler trotz des erhöhten Belastungsprofils (Stundenansatz) „Kinder“ bleiben müssen. Was meinten wir damit? Nun, neben der Schule und den Anforderungen des Bildungsganges Gymnasium muss natürlich Zeit für Sport, Spiel und Freunde bleiben. Schule kann und darf nicht alles im Leben eines Orientierungsschülers sein!
Deutlich zeigt sich, dass unsere Fünftklässler bisher keinerlei Probleme mit der erweiterten Stundentafel haben und den Lernstoff genau so leicht verinnerlichen wie die Jahrgänge vorher. Und Hilfestellungen - sollte es mal etwas „haken“ – gibt’s ja auch genug (schauen Sie sich doch mal unser Förderkonzept an) an unserer Schule.
Deutlich schwerer fällt einigen Kindern die zeitliche wie stoffliche Belastung in der 6. Klasse. Anregungen aus dem Gesprächskreis aus Eltern, Klassenlehrern/-lehrerinnen und dem Orientierungsstufenleiter, der die Belastung unserer Klassen fortlaufend beobachtet und diskutiert, konnten – wenn auch nicht zur vollen Zufriedenheit aller - umgesetzt werden, so dass die große Mehrheit mit den Anforderungen klar kommt.
Voraussetzung, um das neue Gymnasium erfolgreich zu besuchen und gleichzeitig „Kind zu sein“, sind aber eine Reihe von Fähigkeiten (die am besten vorhanden sind und nicht erst im Laufe der Zeit entwickelt werden): Zuerst muss da die Fähigkeit , Lernstoff rasch aufzunehmen und nach wenigen Übungsphasen relativ sicher anwenden zu können, genannt werden. Eng verbunden ist damit ein hohes Maß an Konzentrationsfähigkeit, Ausdauer, Leistungswille und letztlich auch ein großes Maß an physischer Kondition.
Warum sind diese Fähigkeiten Voraussetzung?
Wenn Kinder in acht Jahren zu dem Abitur geführt werden, das mit dem des neunjährigen Bildungsganges identisch ist, muss zwangsläufig die Stofffülle und die zeitliche Belastung größer sein. So sind Übungsphasen zwangsläufig etwas kürzer und die Tage sind länger (in der 6. Klasse zwei lange Nachmittage).
Wollten/Müssen jetzt Eltern mit ihrem Kind über die Hausaufgaben hinaus noch viel üben, Stoff nacharbeiten, den der Schüler/die Schülerin am Vormittag nicht so ganz verstanden hat, so schießen sie aus meiner Sicht deutlich übers Ziel hinaus, denn sie verringern die notwendige Regeneration der Kinder durch Spielen, Freunde treffen oder Hobbies. Das soll nicht heißen, dass diese Situation einmal eintreten kann, aber sie sollte schon temporär begrenzt sein. Denn neben der Schule muss es einfach noch etwas anderes geben!!!
Fazit
Das neue Gymnasium funktioniert auch am Eckhorst, besonders auch deshalb, weil die Belastung der Kinder wie der Leistungsstand genau im Auge behalten werden. - Und wenn zukünftig nötig, werden wir Fehlentwicklungen entgegen steuern.
Ich will aber abschließend auch nicht verschweigen, dass es auch einige Eltern gibt, die sich wohl nicht wieder für den achtjährigen Bildungsgang entscheiden würden, da ihnen die Anforderungen des Gymnasiums und die damit verbundenen Belastungen zu groß sind.
Ich erwähne dies auch deshalb, weil ich erreichen möchte, dass sich unsere zukünftigen wie auch jetzigen Eltern ganz klar sind, dass das neue Gymnasium „anders“ ist und „andere“ Schülerinnen und Schüler voraussetzt, um das Ziel „Abitur“ nach acht Jahren abzulegen zu können.
Hermann Meyer, im Dezember 2009
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