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| Herr Radein während seines Vortrages. |
Der große Raum ist gefüllt mit allen Schülerinnen und Schülern der 10. Klassen. Ca. 75 Wissbegierige warten gespannt auf den Zeitzeugen, der ihnen heute etwas über seine Erlebnisse während der Zeit des Nationalsozialismus erzählen will. Johann Radein, Jahrgang 1932, gehört zu den mittlerweile wenigen Zeitzeugen, die noch an die Schulen kommen und den Schülern aus dieser wichtigen Epoche deutscher Geschichte berichten.
Herr Radein hat sich für den Vortrag zwei Schwerpunkte gesetzt: seine Erfahrungen mit den Nationalsozialisten in der Schule und die Verfolgung seiner kommunistischen Nachbarn, die ungeheuren Repressalien ausgesetzt waren.
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| Frau Wulfmeyer und Frau Glasenapp bedanken sich im Namen der Fachschaft Geschichte bei Herrn Radein. |
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| Die Schüler hören aufmerksam zu. |
Emotional sehr berührt erzählt Herr Radein zum Beispiel, wie er und andere seiner Klassenkameraden von ihrem NS-Lehrer misshandelt wurden, weil sie nicht in das Bild des Nationalsozialismus passten. Oder wie eine Familie aus der Nachbarschaft gezwungen wurde umzuziehen, zu mehreren in einem kleinen Zimmer hauste und dies nur, weil sie kommunistischer Gesinnung war.
Während des ca. 60minütigen Vortrages ist es vollkommen still. Alle hören aufmerksam zu. Dann haben die Schüler die Gelegenheit, dem Zeitzeugen Fragen zu stellen. Dabei nehmen sie kein Blatt vor den Mund. Ob er denn auch wegen der kommunistischen Nachbarn von der Gestapo verhört worden sei oder wie er die Judenverfolgung in seinem Dorf miterlebt habe. Johann Radein gibt auf alle Fragen eine Antwort. Zum Schluss verabschieden sich die Schüler von dem Gast mit kleinen Präsenten und der Gewissheit, dass es doch auch sehr spannend ist, Geschichte erzählt zu bekommen, anstatt sie nur aus dem Schulbuch zu erarbeiten.
I. Wulfmeyer, 14.12.2009