Mehr als Schule
   → Frühstück
   → Lehm und Storm
   → Balladen
   → Ausstellung
   → Kennenlernfahrt
   → Weimar
   → Jubiläum
   → Jahrbuch
   → Vorlesen
   → Projektwoche 2006
   → Verkehrserziehung
   → Amnesty-Ausstellun...
   → Auto-Abitur
   → Persephone
   → Wandertag
   → Berufsbörse
   → Heine-Ausstellung
   → Tic Tac Toe
   → Schulfest
   → Theater
   → Deutsch-fanzösisch...
   → Ausflüge
   → Mahlzeit
   → Der Abschlussjahrg...
   → Viele gute Gründe!
   → Grundsteinlegung
   → Lichter für Asien
   → IT-Fitness
   → franz. Theater
   → Schulkleidung
   → Lernen lernen
   → PISA


 « zurück

Weimar 2010 – Auf Fahrt mit Herrn Toll und Frau Harting


DONNERSTAG, 14.01.

Hinfahrt ohne Probleme

Unsere aufregende Weimarfahrt vom 14.1.-16.1. begann schon um 6 Uhr morgens, sodass unsere Lehrkräfte Herr Toll und Frau Harting berechtigte Sorge hatten, dass irgendein Mitschüler womöglich verschlafen und so den Zug verpassen würde.
Die Sorge war letztendlich aber unbegründet, denn wie man es von der 12c gewohnt ist, kamen alle Schüler pünktlich und verantwortungsbewusst zum Bargteheider Bahnhof.
Von dort aus ging es dann zunächst Richtung Hamburg, wo wir in den Zug nach Göttingen umstiegen. Dort angekommen mussten wir vorerst das letzte Mal umsteigen, um zu unserem Ziel, dem geliebten Weimar, zu gelangen. Während der gesamten Hinfahrt stieg die Freude unter uns Mitschülern ins Unermessliche. Dabei vergaßen einige Schüler in ihrer Sturm-und-Drang-Phase die anderen Bahngäste im unmittelbaren Umfeld, rissen lautstark Witze und foppten Herrn Toll und Frau Harting, was nicht bei allen Reisenden gut ankam. Nichtsdestotrotz erreichten wir wohlbehalten den Bahnhof von Weimar, ehe wir schließlich am frühen Nachmittag die urgemütliche Jugendherberge erreichten.

Ankunft

Bei der Ankunft die Enttäuschung. Die Zimmer könnten erst in 2 Stunden bezogen werden, so die Herbergsleitung. Also ließen wir unser Gepäck in der Herberge und stapften durch den Schnee in die verschneite Innenstadt. Dort angekommen verstreuten wir uns, um in Gruppen zu Mittag zu essen, wobei die größte mit den Lehrkräften in entspannter Atmosphäre speiste. Gesättigt kehrten wir zur Jugendherberge zurück, wo wir die Zimmer bezogen und feststellten, dass unsere schlimmen Erwartungen bezüglich der Zustände im Inneren sich als unbegründet herausstellten.

Park an der Ilm & Hochschule für Musik
Nachdem sich vor dem letzten Programmpunkt des Abends, dem Besuch der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar, noch reichlich Zeit bot, zogen wir durch den Park an der Ilm. Hier gab es nicht nur Sehenswürdigkeiten wie das Römische Haus zu sehen, sondern auch die Gelegenheit, an einer ausgiebigen Schneeballschlacht teilzunehmen.
Der Park selbst beeindruckte durch seine schöne Ausgestaltung. Wir begutachteten Überreste einer Burgmauer, das Gartenhaus Goethes und lauschten den Ausführungen von Herrn Toll, der ob vieler hier verbrachter Jahre einiges über den Park zu berichten wusste.
In der Hochschule für Musik erzählte uns ein Lehrer von Herrn Toll, Professor Reinhard Wolschina, mit Begeisterung von den Vorzügen eines Musikstudiums. Die Schüler lauschten gespannt und bekundeten mit zahlreichen Fragen ihr Interesse.

Der 1. Abend
Zum allgemeinen Vergnügen waren die Abende bis Mitternacht der eigenen Gestaltung zur Verfügung gestellt worden. Auf das Angebot von Herrn Toll und Frau Harting, noch mit ihnen Essen zu gehen und den Abend gemeinsam ausklingen zu lassen, folgten 6 Schüler/Innen.
Einige verbrachten den Abend mit musikalischer Untermalung in der Jugendherberge, wieder andere zogen in das Wirtshaus „Zur alten Laterne“, wo sie, dem Alkoholverbot der Lehrkräfte folgend, warme Milch und Apfelsaft tranken.
Um Mitternacht fanden sich alle wieder glücklich und erschöpft in der Jugendherberge ein.

FREITAG, 15.01.
Herzogin Anna Amalia Bibliothek
Nach einem ausgiebigen Frühstück zogen wir gemeinsam in die Herzogin Anna Amalia Bibliothek, wo wir die Gelegenheit hatten den einzigartigen Rokokosaal zu besichtigen. Audioguides erläuterten die Bedeutung verschiedener historischer Persönlichkeiten, die maßgeblich an Bau und Ausgestaltung beteiligt waren. Trotz der beeindruckenden Architektur des Saales war die reine Führung durch Audioguides nicht sehr ansprechend – zumindest Kopfhörer hätten beiliegen sollen. Stattdessen mussten wir uns die Guides die ganze Zeit an die Ohren halten – was nach kurzer Zeit dazu führte, dass selbige weggelegt wurden.

Goethe- und Schillerwohnhaus, Fürstengruft
Am Freitagnachmittag sah unsere Planung folgendermaßen aus: Als erstes mussten wir uns in zwei Gruppen aufteilen, die dann – eine mit Frau Harting und die andere mit Herrn Toll – das Goethe- und das Schillerwohnhaus besichtigen sollten. Anschließend ging es auf den historischen Weimarer Friedhof, genauer gesagt zur „Fürstengruft“ und zum krönenden Abschluss konnten wir uns im Nationaltheater die Oper „Rigoletto“ ansehen.
Die Besichtigung der Häuser von Johann Wolfgang von Goethe und von Friedrich Schiller war sehr aufschlussreich, da es interessant war zu sehen wie solche berühmten Leute früher gelebt haben. Auffällig war, dass Schiller im Gegensatz zu Goethe relativ bescheiden gelebt hat.
Danach stapften wir durch den hohen Schnee in Weimars nicht geräumten Straßen zur Fürstengruft, die die Grabstätte des großherzoglichen Hauses von Sachsen-Weimar-Eisenach ist.

Während die Stimmung auf dem Weg dorthin noch sehr ausgelassen war und auch einige Schneebälle durch die kalte Weimarer Luft flogen, herrschte in der Grabstätte eine sehr gedrückte Atmosphäre und es wurden nur die wichtigsten Worte im Flüsterton ausgetauscht.
In der Fürstengruft liegen nicht nur die Gebeine der herzöglichen Familie, sondern auch die Johann Wolfgang von Goethes. Dieser liegt dort begraben, da Herzog Carl August seinen engen Freund auch im Tod neben sich haben wollte. Eigentlich sollte auch Friedrich Schiller hier begraben sein, allerdings stellte sich vor ein paar Jahren heraus, dass gleich zwei Skelette, die jahrelang als die seinen galten, nicht zu ihm gehören können. Dies ist auch an einer Schrifttafel im oberen Teil der Gruft nachzulesen.
Sein Sarg liegt zwar immer noch neben Goethes in der Fürstengruft, allerdings ist er leer.

In der Fürstengruft stehen heute insgesamt 44 Särge. Was besonders grausam anzusehen war, waren die kleinen Kindersärge, die sich ebenfalls in dieser Grabstätte befinden. Hinter der Gruft befindet sich eine Kapelle, die, zusammen mit der Fürstengruft, seit 1998 zum Unesco-Weltkulturerbe gehört.
Nachdem wir uns diesen Ort angesehen hatten, konnten wir den verbleibenden Nachmittag nach unseren eigenen Wünschen gestalten.

Opernbesuch – Der Höhepunkt
Gegen Abend mussten wir uns dann ein wenig herausputzen, da es in die Oper, genauer gesagt ins Weimarer Nationaltheater ging, wo wir uns „Rigoletto“ anschauen und anhören durften.
Ein Großteil der Klasse war das erste Mal in der Oper und somit waren wir sehr gespannt und aufgeregt, da wir nicht so recht wussten, was uns zu erwarten hatte. Schon in der großen „Empfangshalle“ merkte man, dass die Atmosphäre eine andere war als im Kino oder in einem Musical.
Nachdem wir unsere Jacken und Mäntel an der Garderobe abgegeben hatten, machten wir uns auf die Suche nach unseren Plätzen, die sich für manche als überraschend schwierig gestaltete.

Um 19:00 Uhr ging es dann los. Wir saßen gespannt auf unseren bequemen Sitzen, bei denen allerdings die Beinfreiheit etwas zu wünschen übrig ließ.
Guiseppe Verdis Oper, die wir ein paar Tage zuvor inhaltlich im Deutschunterricht besprochen hatten, besteht aus drei Akten und verfolgt eine recht komplizierte Handlung:
Der bucklige Hofnarr des Herzogs von Mantua, Rigoletto, hilft unwissend dem Herzog, seine eigene Tochter Gilda zu entführen, die er allerdings später im Palast des Herzogs wiederfindet. Er will ihr beweisen, dass der Herzog, den sie liebt, ein schlechter Mensch ist und bringt sie dazu in das Haus des Mörders Sparafucile. Dort beobachten beide, wie der Herzog mit der Schwester Sparafuciles anbandelt und Rigoletto beauftragt diesen, den Herzog zu ermorden.
Dessen Schwester, die sich in den Herzog verliebt hat, will diesen retten und schlägt ihrem Bruder vor, den nächstbesten, der an die Tür klopft, zu erstechen. Gilda hat dies mit angehört und will nun ihrerseits den Herzog retten. Sie klopft an die Tür und opfert sich. Rigoletto erhält den Sack mit der Leiche und als er erkennt, was geschehen ist, bricht er über seiner toten Tochter zusammen.
Die gewaltige musikalische Leistung dieses Stücks, das übrigens komplett auf italienisch gesungen wurde, war sehr beeindruckend. Außerdem war es faszinierend zu sehen, wie die Sänger mit dem Orchester harmonierten und so war es für alle ein Abend, der voll von neuen, interessanten Erkennt-nissen war und den kein Schüler so schnell vergessen wird.

Der 2.Abend
Nach dem Besuch des Opernhauses verteilte sich die Schülerschaft in verschiedene Lokalitäten der Stadt oder kehrte in die Jugendherberge zurück.
In Anbetracht des gelungenen Abends und des allgemein guten Benehmens verlängerten Herr Toll und Frau Harting die Ausgangszeit, um allen die Möglichkeit zu geben, den letzten Abend in Weimar zu genießen.
Auch zu dieser späten Stunde kehrten alle pünktlich zurück. In die ausgelassene Stimmung mischte sich Wehmut über die baldige Abreise und Vorfreude auf die Heimat.

SAMSTAG, 16.01.

Endlose Rückfahrt

Der gesamte Samstag stand uns für die Rückfahrt von Weimar nach Bargteheide zur Verfügung.
Als wir um 10.19 Uhr in die erste Bahn nach Halle (Saale) stiegen, wussten wir zwar, dass es viele Etappen zu unserem Ziel zu bewältigen geben würde – aber dass die Rückfahrt derart lang und stressig wird, ahnten die Wenigsten. Über die Stationen Halle (Saale), Magdeburg, Uelzen und schließlich Hamburg, gelangten wir am frühen Abend endlich zurück nach Bargteheide.
Da unsere Klasse aber wirklich hart im Nehmen ist und Herr Toll die Fahrt hervorragend organisiert hat, tat auch das viele Umsteigen der Stimmung keinen Abbruch. Wir Schüler resümierten über das Erlebte und kamen alle zu dem Entschluss: Bei uns besteht Wiederholungsbedarf für eine solche Fahrt!

Arne Iwersen, Jakob Kauffeldt, Thorben Ole Hellweg (12c), 7.2.2010