|
Birgit Fluhr-Leithoff
Als emanzipierte Orientierungsstufenleiterin Teil des Triumvirats der Stufenleiter (mit Frau Steil-Ströhmann und Herrn Fester) und damit ebenso fröhlich-ironisch wie ihre beiden Kollegen.
Schon seit es unsere Schule gibt beschäftigt sie sich mit der Gestaltung des Schultheaters, wobei derzeit leider keine Mittelstufentheater-AG existiert. Genau so viel Engagement zeigt sie im persönlichen Umgang mit ihren Schülerinnen und Schülern.
Mareike Höckendorff & Robin Marwege (13. Jg. 2/2004)
InterviewSeit wann sind Sie an dieser Schule?
Ich bin an dieser Schule, seit es sie gibt, also seit 20 Jahren.
Was verbinden Sie mit der Schule?
Ich verbinde damit vor allem einen Neuanfang in Schleswig-Holstein. Schön ist, dass die Schule so klein und überschaubar ist. Aber das wichtigste sind natürlich die Beziehungen zu Menschen, die man über die Jahre aufbaut, also vor allem zu Schülern. Wir verbringen ja hier einen Teil unseres Lebens miteinander, das bedeutet sehr viel gemeinsame Zeit.
Schule an sich bedeutet für mich immer wieder neuen Herausforderungen gegenüber zu stehen, da ist viel Platz für Ideen und verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten.
Erzählen Sie eine lustige oder schöne Unterrichtsanekdote.
Niedlich war, als ich einmal in der Unterstufe unterrichten sollte und die Klasse nicht in ihrem gewöhnlichen Raum vorfand. Diese Klasse beschäftigte sich intensiv mit der Mäusezucht in der Biologie. Ich fand die Schüler dann letztendlich in feierlicher Stimmung bei der Beisetzung einer verstorbenen Maus. Ich genieße vor allem die Momente in denen man merkt, dass man etwas vermitteln konnte, in denen man gemeinsame Begeisterung teilen kann. So was passiert meist im direkten Gespräch.
Warum sind Sie Lehrerin geworden?
Zunächst mal fasziniert mich natürlich das Fachliche – Germanistik und Literatur. Ich habe aber früher auch in Erwägung gezogen etwas Sozialpädagogisches zu machen, habe als Schülerin in einem Behindertenheim für Kinder ausgeholfen und später Praktika gemacht. Das war immer sehr schön, aber ich merkte, dass ich das nicht zeitlebens machen möchte. In meinem Studium hat mich vor allem mein Linguistikprofessor begleitet, der Herr Professor Wahrig, zu dem ich ein relativ persönliches Verhältnis hatte.
Ich war sehr früh mit dem Studium fertig und begann dann zunächst in der Redaktion von Professor Wahrig zu arbeiten. Er bot mir an, bei ihm zu promovieren, aber ich wollte erst mit dem Referendariat fertig sein. Die Arbeit in der Schule hat mich dann total begeistert, so dass ich dann gleich dabei geblieben bin.
Wie würden Sie sich selbst beschreiben?
Ich versuche Menschen immer mit Offenheit und Zuwendung gegenüberzutreten. Ich habe ein gewisses „Urvertrauen“ in meine Umgebung. Ich bemühe mich um eine kritische Grundhaltung und lege Wert darauf alles selbst zu hinterfragen. Ich lehne es ab, einfach irgendwelche Dogmen zu übernehmen. Wichtig ist mir die Verbindung von Distanz und Emotion zu schaffen und mich auch menschlich einzubringen.
Interview: Mareike Höckendorff & Robert Heuer, 13. Jg. 1/2004
|