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Thomas Wagener


Herr Wagener verließ Bargteheide mit Ende des Schuljahres 05/06 mit dem Ziel Kairo. Ra , 17.7.2006

Da Herr Wagener zusammen mit seiner Frau mehrere Jahre in Kanada gelebt und dort auch unterrichtet hat, gestaltet er sein Fach Erdkunde auch gern mal bilingual. Sein großes Allgemeinwissen zeigt sich aber auch in seinem Deutschunterricht.

Wiebke Grasmeier & Deborah Plenck
13. Jg., Dezember 2003

Interview

Wie lange sind Sie schon an dieser Schule?

Ich bin im Sommer ’86 an diese Schule gekommen und habe später dann vom Sommer ’93 bis ’99 in Kanada unterrichtet. Seitdem bin ich wieder hier; deswegen bin ich jetzt „netto“ 12 Jahre hier Lehrer.

Was verbinden Sie mit dieser Schule?

Ich verbinde mit dieser Schule einen sehr angenehmen Arbeitsplatz, was verschiedene Gründe hat: Erstens gefällt mir das schöne Gebäude, das ich zwar nicht immer als praktisch, aber als ästhetisch ansprechend empfinde. Zweitens sind die Schüler hier allgemein nett, kooperativ und in der großen Mehrheit menschlich angenehm. Drittens fühle ich mich im Kollegium sehr wohl, obwohl es auch mal Meinungsverschiedenheiten gibt. Diese werden dann aber im Regelfalle persönlich geklärt.

Erzählen Sie eine lustige oder schöne Unterrichtsanekdote.

Oh, die gab es reichlich. Ich habe sogar ein Heft mit den schönsten 'Stilblüten' der Schüler aus dem Unterricht oder Arbeiten angelegt, die mich immer wieder zum Lachen bringen – die Schüler übrigens auch! Ein aktuelles Beispiel hierfür wäre die Verwechslung von Domänen mit Dämonen. Woran ich mich auch gerne erinnere – und die betreffenden Schüler ebenfalls – ist ein Schullandheimausflug nach Amrum, bei dem ich vor einer Nachtwanderung am Strand ein Schulskelett schön am Treibholz drapiert habe. Als wir dann „zufällig“ auf den vermeintlich Angespülten gestoßen sind, gab es ein unglaubliches Geschrei der Mädchen. Tags zuvor hatten wir gerade einen Wasserleichenfriedhof besucht.

Warum sind Sie Lehrer geworden?

Zunächst einmal komme ich selbst aus einem Lehrerhaushalt. Das elterliche Vorbild spielte also schon eine Rolle. Außerdem habe ich in meiner Position als Ältester schon früh damit begonnen, meine jüngeren Geschwister mitzuerziehen. Dann war da noch das Interesse an meiner Fächerkombination. Letztendlich habe ich mich aber ziemlich plötzlich entschieden, Lehrer zu werden. Ich hatte auch überlegt, Geologie zu studieren.

Wie würden Sie sich selbst beschreiben?

Ich bin vom Wesen eher konservativ, wage aber durchaus auch mal Neues, wenn ich davon begeistert und überzeugt bin. Ich sträube mich gegen alles, was von oben sinnlos oktroyiert wird, muss als Beamter natürlich loyal sein. Im Zweifel sage ich lieber ja statt nein, weil man ja auch Neues ausprobieren sollte. Von meiner charakterlichen Anlage bin ich ein klassischer Waage-Mensch, strebe gern nach Ausgleich und muss vor einer Entscheidung mehrere Seiten hören. Trotzdem kann ich bei richtigem Ärger auch impulsiv reagieren, bin aber bereit Fehler einzugestehen und mich dafür entschuldigen. Von Papst Johannes XXIII ist das Wort überliefert: „Johannes, nimm dich nicht so wichtig!“ Das hilft mir in Konfliktfällen. Es scheint leider nicht allzu sehr bekannt zu sein.

Interview: Mareike Höckendorff & Robin Marwege 13. Jg., 6. Mai 2004