|
Estlandaustausch
Estland
Erlebnisbericht
EstlandSeit dem Jahre 2000 findet nun in jedem Sommer ein Schüleraustausch mit Estland statt. Sowohl der Aufenthalt in Estland als auch der Gegenbesuch aus Estland haben allen Beteiligten viel Spaß gemacht.
Deshalb ist geplant, diesen Schüleraustausch mit der Schule in Viljandi (liegt im Süden Estlands, Partnerstadt von Ahrensburg) fortzuführen. Die Schule heißt
Viljandi Paalalinna Gümnaasium Adresse: Paala tee 46, 71013 Viljandi.
Da wir privat untergebracht werden, haben wir viele Möglichkeiten, Gespräche über die politische und wirtschaftliche Situation des Landes und seine bewegte Geschichte zu führen. Wir können die Einstellung und Lebensauffassung der Menschen und den besonderen Reiz der Landschaft kennenlernen. Die estnischen Schüler(innen) sprechen meistens gut Deutsch.
Dieser Austausch ist sicher empfehlenswert für diejenigen, die bewusst reisen, beobachten, fragen und diskutieren wollen.
Estland: Urige Natur – einfaches Leben – herzliche Gastfreundschaft – Sauna am Waldsee – Spaß am Zusammensein und Feiern – wechselvolle bewegte Geschichte – Estland ist ein ideales Reiseland, wenn man Natur, Ruhe und nette Menschen sucht: Wandern, Rudern, Schifahren, verstreute Sehenswürdigkeiten.
Warum engagiere ich mich für den Schüleraustausch mit Estland?
- Die vielfältige Kultur interessiert mich: eigenständige, estnische neben von Deutschland beeinflusster Kultur.
- Da die estnischen Schüler meistens gut Deutsch sprechen, kommen echte Gespräche zu Stande, auch wenn die eigenen Fremdsprachenkenntnisse nicht dazu ausreichen.
- Ich möchte die Bestrebungen in Estland, Deutsch zu lernen und zu lehren, unterstützen. Der Kontakt zu Jugendlichen aus Deutschland ist dabei sicher hilfreich.
- Die Lebensart und den Lebenszuschnitt der Esten zu erleben ist eine wichtige Erfahrung für unsere Schüler.
- Die Gastfreundschaft, die höfliche Umgangsform und die Unkompliziertheit der Esten sind sehr angenehm und vorbildlich für uns.

- Die naturbelassene Landschaft und das dünn besiedelte Land sind ein interessanter Kontrast zu Bargteheide im Hamburger Randgebiet.
- Der Einsatz, mit denen man die Folgen des Sozialismus zu überwinden und eine Demokratie zu gestalten versucht, imponiert mir.
- Die Hinwendung der Esten nach Westen knüpft an lange Traditionen an und erleichtert uns die Kontakte im Lande.
- Die estnische Sprache (als nicht indogermanische Sprache) fasziniert durch ihren ungewohnten Klang und ihre ganz andere Struktur.
Schön, dass sich bisher in jedem Jahr eine Gruppe gefunden hat, mit der der Austausch durchgeführt werden konnte. Es ist wirklich lohnenswert.
Reinhard Heer 1/2004
| 
Dieser Stein hat eine ganz besondere Geschichte: Es handelt sich um einen fremdstämmigen Spion, der an dieser Stelle eine Sitzung von Häuptlingen belauschte. Als er entdeckt wurde, trafen ihn die verwunschenen Pfeile der Ureinwohner und er verwandelte sich in Stein. Noch heute ist seine kauernde Haltung zu erkennen. Manchmal trägt er heute auch Meerjungfrauen auf seinem Rücken, die sich aber nur sehr selten zeigen. |
ErlebnisberichtUnsere Reise nach Estland fing schon etwas abenteuerlich an mit der Schifffahrt über die Ostsee, die rund 22 Stunden dauerte. Das bedeutete eine Nacht auf See in einem Raum mit vielen anderen geizigen Menschen, die sich statt einer Kabine für einen simplen Schlafsessel entschieden hatten.
| 
Roter Felsen in einem Naturschutzgebiet nahe Viljandi |
| 
Diese Brücke führt von der Schlossruine Viljandis in den Stadtpark | Für uns Schüler barg das allerdings auch die Möglichkeit die ganze Nacht, in der es übrigens nie ganz dunkel wurde, die unendliche Weite des Meeres zu betrachten, schließlich hatten wir die besten Plätze ganz vorne am großen Panoramafenster. Weniger nachtschwärmerische Schüler versuchten in ihrem Sessel oder sogar auf dem Boden zu schlafen, das ging wohl auch..., mal von der Möglichkeit abgesehen, einfach durchzumachen. Am nächsten Morgen konnte man sich dann ja noch im Bordschwimmbad oder in der Sauna erholen.
| 
In den Schlossruinen der Stadt finden heute noch archäologische Ausgrabungen statt. | Am anderen Ufer angekommen war die Fahrt noch immer nicht beendet, denn wir mussten bis Viljandi noch drei weitere Stunden Busfahrt hinter uns bringen. Wobei man bei der Gelegenheit auch schon das halbe Land kennenlernte, da es nur etwa so groß wie Bayern ist. In Viljandi wurde uns dann ein reichhaltiges Programm angeboten, so machten wir eine Fahrradtour und durchstreiften das „Moskito-Königreich“ Soomaa mit dem Kanu. Mit unseren Gastfamilien fuhren wir in die beiden anderen größeren Städte des Landes, Pärnu an der Ostsee und die Universitätsstadt Tartu in der Landesmitte.
Bevor wir wieder mit dem Schiff in Richtung Rostock aufbrachen, hatten wir einen längeren Aufenthalt in der Hauptstadt Tallin.
| 
Am Strand des Sees, der mitten in der Stadt Viljandi liegt – zum Baden war es aber leider noch zu kalt. | Die Rückfahrt gestaltete sich ähnlich wie die Hinfahrt, begann mit der romantischen Ostseefahrt und endete mit einer doch eher langwierigen Zugfahrt. Nach rund 33 Stunden waren wir dann erschöpft aber glücklich wieder zuhause.
Mareike Höckendorff & Robert Heuer 13. Jg. 5/2004
|