Studienfahrten
   → Provence 2009
   → Segeln 2009
   → Sorrent 09
   → Wien 2006
   → Prag 2005
   → London 2005
   → Italien 2004
   → Wien 03
   → Rom 03


 « zurück

Sorrent 2009

Anreise:

Die Anreise nach Sorrent fing per Flugzeug mit dem morgendlichen Treffen um 8.15 Uhr in Terminal 1 an. Der Flughafen wahr total leer, so dass das Check in schnell erledigt war. Dabei machten wir schon Bekanntschaft mit einem Italiener, der anfangs einen schlechten Eindruck hinterließ. Nachdem dieses erledigt war, hatten wir Zeit den Flughafen zu „erkunden“ und teilten uns auf zum Frühstücken und zu anderen Annehmlichkeiten. Als der Rest der Gruppe (mit uns beiden dabei) auf dem Weg zur Sicherheitskontrolle war, traten schon die ersten Schwierigkeiten auf: „Wo ist die überhaupt?!“

Nach mehrfachen Hin- und Herlaufen erreichten wir sie endlich. Sofort trat Max in das nächste Fettnäpfchen. Er hatte statt seinem Kathis Ticket und sie seins…! Der kleine Tollpatsch Max hatte sie vertauscht. Auf ging es zum ersten Schalter…! Ticket vorzeigen, „kannst weitergehen…“ Verwunderte und lachende Gesichter von allen. Der Mensch am Schalter wusste nicht wie ihm geschah. So einfach gelangt man also durch trotz falschem Ticket durch die strengen internationalen Sicherheitsvorkehrungen.

Die Euphorie steigerte sich noch mehr, als wir Max hinter der Sicherheitskontrolle vorfanden. Offensichtlich hatten auch bei ihm die Sicherheitsmaßnahmen versagt. Während wir in der Gangway warten mussten, unterhielt sich Mischa, unser Nachwuchspilot, angeregt mit einem der dort arbeitenden Angestellten. Schon ging es ins Flugzeug, obwohl manche noch nicht bereit dafür waren Der Pilot machte kurzen Prozess. Wir rollten direkt auf die Piste…

Ein kurzer Ruck, und schon wurden wir in die Sitze gedrückt. Der Flug verlief ohne weitere Turbolenzen; zugunsten unserer Angsthäschen. Nach kurzer Zeit erreichten wir unserer Reiseflughöhe von 11.886 m mit einer Geschwindigkeit von 822 km/h. In dieser Höhe betrug die Temperatur nur noch -65°C. Die Alpen, die wir überflogen, boten uns einen atemberaubenden Anblick, da der Himmel wolkenlos war. Die Stewardessen erwiesen sich als sehr freundlich gegenüber unsere männlichen Kameraden (Henri und Mischa) im Gegensatz zu den weiblichen. Die beiden da vorne genossen den Flug in vollen Zügen. Das Essen, welches aus einem kleinen Snack bestand, stellte die meisten zufrieden. Nach zwei Stunden setzte der Pilot die Maschine sanft auf die Piste von Neapel auf. Wir hatten unser Ziel erreicht…. Wir waren in Italien!!!

Gleich machten wir mit der italienischen Umweltpolitik Bekanntschaft. Obwohl wir nur 20m zu Fuß über das Rollfeld hätten zurücklegen müssen, wurden alle Passagiere mit zwei Bussen über einen 300-400m langen Umweg dorthin chauffiert. Nachdem alle ohne Probleme ihren Koffer gefunden hatten, begannen wir den unangenehmen Teil unserer Reise. Es war eine schweißtreibende Fahrt durch die engen Gassen Italiens, bei der die Mentalität der Italiener zum Vorschein kam. Man hörte oftmals nur noch ein durchgehendes Hupen. 14.35 Uhr hatten wir Sorrent heil erreicht. Da wir unser ganzes Gepäck nicht hinter uns her schleppen wollten, wurde dafür ein Shuttle bestellt, welches sich allerdings als eine Piaggio entpuppte. Nach dutzenden Fotos ließen wir Valentino mit dem völlig überladenen Gefährt losfahren. Währendessen wurden wir auch noch Zeugen eines Unfalls; ein Taxi fuhr einen Roller beim Zurücksetzen über den Haufen. Den Rest der Strecke zu unserer Unterkunft legten wir zu Fuß zurück. 15.30 Uhr waren wir auf dem Campingplatz und bekamen unsere Zimmer zugeteilt. Wir wohnten in einer kleinen Burg. Damit wir uns auch noch nicht verlaufen konnten, machten wir noch eine kurze Erkundungstour durch Sorrrent. Wir bekamen das leckerste Eis der Welt bei strahlendem Sonneschein serviert. Der schöne
Ausblick ließ die Augen aller glänzen. Nachdem wir die wichtigsten Straßen gezeigt bekamen, bekamen wir noch etwas Freizeit und trafen uns erst zum Abendessen um 19.30 Uhr wieder. Gleich am ersten Abend bekamen wir Steinofenpizzen serviert. Es war fantastisch, obwohl das Besteck manchmal eine Zumutung war.


Tagesbericht Amalfitanische Küste

An unserem dritten Tag haben wir einen Ausflug entlang der 40 km langen Amalfiküste gemacht. Nach dem Frühstück sind wir um 8:30 Uhr mit dem Bus losgefahren. Die Straße an der Steilküste Amalfis liegt zwischen Vetri sur Mare und Positano. Den ersten Halt haben wir in Positano gemacht, nach circa halbstündiger Fahrt. Nachdem wir die schöne Aussicht auf Positano und den Küstenabschnitt genossen haben, sind wir über mehrere hundert Stufen durch ein verwinkeltes Wohngebiet an den Strand herabgestiegen. Erstmals konnten wir dann unsere Füße ins Mittelmeer halten um uns zu erfrischen. Nach nicht allzu langem Aufenthalt sind wir dann wieder hoch, was extrem schweißtreibend war. Oben wartete der Bus, mit dem ging es dann weiter Richtung Amalfi. Entlang der Küste schlängelte sich die kurvige Straße in 200 Metern Höhe, diese ermöglichte einem eine wunderschöne Aussicht auf die Steilküste, das Meer und die I-Galli-Inselgruppe.

In Amalfi angekommen, besichtigten wir zunächst den Dom. Dieser wurde 937 n. Chr. erstmals erbaut und ist dem heiligen Andreas, einer der 12 Jünger Jesu, gewidmet. Charakteristisch für diesen Dom ist der arabisch-normannische Stil, der aus dem mehrfachen Umbau hervorgegangen ist. Besonders bekannt ist der Paradies-Kreuzgang, die wertvollen Schätze aus Gold, Brillianten und Silber. Danach hatten wir zunächst Freizeit und eine Stunde am Strand. Dank der Aufsicht unserer Lehrkräfte konnten wir sogar ins Meer hinausschwimmen. Das Wasser war frisch, aber erträglich. Nach einem anschließenden Sonnenbad, bestiegen wir den Bus und es ging weiter zu unserer letzten Station, der wunderschön gelegenen Stadt Ravello.

Dort besichtigten wir den Dom von Ravello, der 1086 erbaut wurde. Markant sind das aufwendig verzierte Bronzeportal und die Ampulle neben dem Altar, welches das Blut des Stadtpatrons enthält. Auffällig sind die arabischen Akzente (welche aus der byzantinischen Zeit stammen) des Inventars, zum Beispiel gut erkennbar an der Kanzel und dem Rednerpult. Daraufhin schauten wir uns noch in der Villa Rufolo um. Weltweit bekannt ist der unfassbar inspirierende Blick auf Ravello und das Mittelmeer. Im Anschluss sind wir zurück zu unserer imposanten Residenz „Neffola“ gefahren. Nach dem durchaus köstlichen Abendmahl sind wir alle total geschafft in unsere weichen Kissen gesunken.

Buonanotte!


Tagesbericht vom 14.05.2009
Sorrento – Phlegräische Felder

Nach dem Frühstück um 07:45 Uhr trafen wir uns um 08:20 Uhr zu einer kurzen Besprechung des Vorabends, um anschließend zum Bus zu gehen, welcher um 8:30 Uhr abfuhr.

Aufgrund eines Staus kamen wir mit halbstündiger Verspätung um ca. 10:30 Uhr in den phlegräischen Feldern an. Dabei passierten wir unter anderem den Lago di Averno, einen Vulkankrater, von dem die Menschen früher dachten, er sei der Weg in die Unterwelt. Des Weiteren fuhren wir an einem griechisch-römischen Stadtteil, der Insel Ischia und dem Fusaro-See vorbei und auf einem original römischen Pflaster, das durch ein Aquädukt hindurchführte.

Schließlich erreichten wir um 11 Uhr die Thermen von Baia. Dort hielt Fabian sein Referat. Die Thermen wurden im Ersten Jahrhundert v. Chr. erbaut und bis zum zweiten Jahrhundert n. Chr. immer weiter ausgebaut. Ausgegraben wurden sie im Jahre 1941. Wir besichtigten einige Räume und Tempel, darunter den Tempel der Diana, welcher aufgrund seines gut erhaltenen Kuppelbaus sehr eindrucksvoll ist.
Danach machten wir uns auf den Weg zur Piscina Mirabelis, einem unterirdischen Trinkwasser-Reservoir aus römischer Zeit in Miseno. Es diente zur Versorgung der stärksten römischen Kriegsflotte. Das Reservoir ist ca. 70 m lang, 25 m breit und 15 m hoch. Seine Decke wird durch 48 Säulen gestützt. Es hat ein Fassungsvermögen von 12.000.000 m³.

Nach einer kurzen Pause brachen wir auf in Richtung Amphitheater Puzzuoli. Hier hielt Jannis sein Referat und informierte uns, dass das Amphitheater im späten ersten Jahrhundert erbaut wurde. Mit den Maßen von 149x116m war es das drittgrößte Amphitheater im Römischen Reich. Es bot für ca. 40000 Zuschauer Platz. Besonders ist die gut erhaltene Untergrundkonstruktion.

Um 15:20 Uhr erreichten wir Solfatara. Hierbei handelt es sich um einen Vulkankrater, welcher einen Durchmesser von 770m aufweist und vor 4000 Jahren entstand. Wir wurden von dem 75-jährigen Bruno Francesco über die Felder geführt. Er informierte uns nicht nur über die Felder an sich, sondern auch über die vorhandene Vegetation, die aufgrund der hohen Luftfeuchte recht üppig ist. Durch kleine Experimente erfuhren wir, dass die Felder heiß sind und eine dünne Erdkruste haben.

Um 17 Uhr machten wir uns auf den Rückweg nach Sorrento. Abendessen bekamen wir um 19 Uhr. Es gab erst Pasta und anschließend Hühnchen. Nach dem Essen besprachen wir den kommenden Tag: Um 8:00 Uhr sollte es Frühstück geben und um 9:00 Uhr wollten wir uns auf den Weg nach Herculaneum machen. Der restliche Abend stand uns zur freien Gestaltung.


Dienstag 12.Mai

Der Tag begann für uns heute relativ spät – erst um 8.30 Uhr – gab es Frühstück. Wir hatten anschließend etwas Zeit uns fertig zu machen und bekamen dann unsere Aufgaben für diesen Tag.

1. Informiert euch über die Geschichte unserer Unterkunft
2. Erstellt je ein Foto zu typischer Flora/ Fauna und italienischer Architektur/ Kultur und haltet einen Ausschnitt der Fotos auf einer Zeichnung fest.

Wann wir welche Aufgabe bearbeiten, war uns freigestellt. Um 13.00Uhr gab es ein kurzes Treffen, bei dem Zwischenergebnisse vorgestellt wurden. Einige von uns nutzten den Vormittag, um erneut die Stadt zu erkunden und ein paar Souvenirs zu kaufen, es wurden die ersten Fotos und Zeichnungen erstellt, andere lagen am Pool und genossen die Sonne. Nachdem Treffen beschlossen viele sich auf ihren Zimmern Mittag zu machen- natürlich typisch italienisch: Bruschetta, Caprese, Nudeln… Der Nachmittag gestaltete sich ähnlich dem Vormittag. Insgesamt war dies wohl der entspannteste Tag der Studienfahrt. Wir hatten viel Zeit, die wir frei und kreativ nutzen konnten. Lehrer und Schüler waren froh mal etwas Abstand zu haben von all den Sehenswürdigkeiten und genossen das italienische Klima.

Geschichte unserer Villa Neffola:

Neffola ist der Name einer Quelle, die aus den Felsen entlang des Tals von Marina Grande bis zum Meer floss. Seit prähistorischen Zeiten gab es hier Siedlungen durch das Vorhandensein von Wasser und den von großen Bäumen gesäumten Terrassen zwischen dem Conca-Stream und dem Meer. Die Neffola ist aus Tuffstein erbaut und befindet sich in einer Struktur, die in vorrömischer Zeit und während den folgenden Jahrhunderten vermutlich als eine rustikale Villa, kleines Kloster oder Turm diente. Später wurde es als Landhaus genutzt. Die Villa ist von 3000 Quadratmeter Garten mit alten Olivenbäumen, Weinbergen, Orangen- und Zitronenbäume und verschiedene Essenzen umgeben. Alle schaffen zu jeder Jahreszeit eine andere Atmosphäre. Der Komplex liegt 500 m vom Zentrum von Sorrent, 1,5 km von dem Hafen und dem Circumvesuviana Bahnhof, 300 m vom Meer entfernt.


Tagesbericht: Freitag 15.5.09

Der vorletzte Tag unserer Studienfahrt begann mit dem Frühstück um 7:45 Uhr. Anschließend sind wir mit der Bahn gefahren, um die Villa von Oplontis zu besichtigen. Den Funden nach zu urteilen wurde die Villa für die Geliebte Poppaea Sabina des Kaisers Nero gebaut, dementsprechend groß waren ihre Ausmaße. Es war sogar eine Thermenanlage und eine Latrine vorhanden. Besonders an dieser Villa sind die außerordentlich gut erhaltenen Wandmalereien und Mosaike. Allerdings ist die Villa Oplontis noch nicht ganz ausgegraben, da über der Anlage Wohnhäuser erbaut worden sind. Genauso verhält es sich mit Herculaneum, welches wir danach ab 12:20 Uhr besichtigt haben. Auch darüber wurde eine Stadt erbaut, da man nach der Verschüttung durch den Vesuvausbruch nicht mehr wusste, dass unter dem Gestein noch eine Stadt verbogen lag. Herculaneum wurde damals überwiegend als „Sommerfrische“ von den reichen Römern genutzt, denen es im Sommer in Rom zu stickig und zu übel riechend wurde, was man auch heute noch an der Größe und der luxuriösen Ausstattung der einzelnen Villen sehen. Die Straßen sind gitterförmig, trotzdem sind alles in allem enorme Parallelen zu Pompeji ersichtlich.

Um 14:50 Uhr sind wir wieder aufgebrochen und am frühen Nachmittag wieder in Sorrent angekommen. Bis zum Essen um 19:00 Uhr konnten wir die restliche Zeit frei verbringen. Wobei sich alle schon daran gemacht haben ihre Koffer zu packen. Unser letztes Menü bestand aus Tortellini mit einer Schinken-Sahne-Soße, danach Aubergine mit Tomate und Mozarella überbacken und zum Nachtisch Orangen. So gegen 21:30 Uhr haben wir alle zusammen den letzten Abend der Studienfahrt mit einem Besuch in einer Cocktailbar ausklingen lassen.


Abreise:

Den letzten Tag begannen wir wie an allen Tagen mit einem gemeinsamen Frühstück um 7.45 Uhr. Nach dem Frühstück hatten wir dann bis um 9 Uhr Zeit unsere restlichen Sachen zu packen und unsere Zimmer zu entmüllen.
Nach anstrengendem Kofferschleppen ging es 20min später mit dem Bus nach Neapel. Wir erreichten eine Stunde zu früh den Flughafen. Beim Check in trafen wir frühzeitig auf die Dreistigkeit einiger deutscher Leute, die sich einfach vordrängelten und die Plätze unserer Krüppel (Mischa und Henri) für den Flug buchten. Auch ein massiver Protest unserer beiden Lehrer half da nichts. Bei der Sicherheitskontrolle ging bei den italienischen Kollegen einiges drunter und drüber.
Als das Gepäck von Henri und Mischa gescannt wurde, fing das Gerät lauthals an zu piepen, wie auch die Person, die dieses kontrollierte. Kurzerhand wurden Henri „Handschellen angelegt“. Bei ihm wurde eine Gabel vermutet. Nach weiteren drei Scans wurde Entwarnung gegeben und Henri laufen gelassen. Als Mischa dann eine Minute später in sein Handgepäck schaute, fand er eine Gabel… Sein Martyrium begann.
Obwohl wir 7 min zu spät gestartet waren, erreichten wir nach traumhaftem Flug unser Ziel 20min zu früh. Nach dem Steigflug meldete sich der Copilot. Mit hocherfreuter Stimme kommentierte er die zwei Kurven direkt nach dem Start als „sportliche Links-Rechts-Kombination“. Außerdem gab er uns Informationen über unsere Flugstrecke und über das Wetter in Hamburg. Nach verdammt spätem Aufsetzen bei der Landung mussten die Piloten ordentlich in die Eisen steigen. Die Kofferausgabe erfolgte schnell und ohne Probleme. Somit hatten wir unsere Studienfahrt erfolgreich absolviert.

Der Artikel ist eine Gemeinschaftsproduktion der Studienfahrtgruppe, Bargteheide, 12. Jg., 18.5.2009